Die Auswahl ist gigantisch, die Aktualität ist immer gegeben, die Preise knapp kalkuliert und die Bequemlichkeit unübertreffbar: Kleidung im Internet bestellen ist kein Trend mehr, sondern längst Standard in Deutschland. Die Onlineshopbetreiber und Paketunternehmen freut das – ihnen konnte durch die anhaltende Zunahme von Internetbestellungen auch die letzte Wirtschaftskrise nichts anhaben. Neben elektronischen Geräten, CDs, nicht-physischen Waren wie MP3- und Filmedownloads und natürlich Büchern sind es vor allem Textilien, die im Sekundentakt durch Onlinebestellungen den Besitzer wechseln. Das hat seine Gründe. Neben den oftmals günstigeren Preisen kann man einerseits jederzeit – rund um die Uhr – Klamotten shoppen und andererseits gemütlich stöbern, ohne von Ladenmitarbeitern oder Ladendetektiven ständig beobachtet zu werden. Schon jetzt möglich, aber noch nicht oft eingesetzt: das Online-Anprobieren von Textilien. Vorher muss man sich bei einem Internethändler anmelden, der dies anbietet und seine genauen Maße eintragen. Dann wird ein virtuelles Modell geschaffen, dass dem Kunden entspricht und die Kleidung anprobiert. So kann man aus verschiedenen Perspektiven schon vorher sehen, ob die Textilien passen und gut aussehen. Doch dank des deutschen Fernabsatzgesetzes gehen Verbraucher auch bei Blindkäufen kein Risiko ein. Denn innerhalb von 14 Tagen kann man jeden im Internet gekauften Artikel zurückgeben – ohne Angabe von Gründen und kostenlos. Man muss (ab einem Bestellwert von 40 Euro) auch keine Rücksendeportokosten tragen. Viele Anbieter kalkulieren eine gewisse Rücksendequote mit in die Preise ein und legen als Service für den Kunden auch Retoure-Paketaufkleber bei. Neben neuen Textilien boomt auch der Markt für gebrauchte Kleidung im Netz. Auktionsplattformen, Kleinanzeigenseiten und stylisch designte Onlineshops für Gebrauchttextilien sind hochfrequentiert. So kann man als Verkäufer beispielsweise unpassende Geschenke loswerden, während Käufer ein Schnäppchen machen und kaum getragene Ware bekommen. Besonders bei Baby- und Kinderkleidung sind Gebrauchtkleidungsstücke beliebt.